· 5 Min. Lesezeit · Dmytro Prylutskyi

Lexware Office Alternative: Rechnungen schreiben ohne Abo-Zwang

Du suchst eine Lexware-Office-Alternative? Worauf es 2026 wirklich ankommt – E-Rechnung, GoBD-Aufbewahrung, Datenexport – und warum Open Source eine Überlegung wert ist.

Lexware Office – früher bekannt als lexoffice – ist eines der bekanntesten Rechnungsprogramme in Deutschland. Es funktioniert, es ist weit verbreitet, und viele Steuerberater:innen kommen damit gut zurecht. Trotzdem suchen immer mehr Solo-Selbstständige nach einer Alternative. Die Gründe sind fast immer dieselben: das monatliche Abo, Funktionen, die man bezahlt aber nicht braucht, oder das Gefühl, mit den eigenen Daten in einem geschlossenen System zu landen.

In diesem Artikel zeigen wir dir ehrlich, worauf du bei der Suche nach einer Alternative achten solltest – und welche Rolle Open-Source-Tools wie Gewerber dabei spielen können.

Warum wechseln Solo-Selbstständige weg von Lexware Office?

Die Beweggründe lassen sich auf vier Muster reduzieren:

  • Abo-Kosten für ungenutzte Funktionen. Viele Gründer:innen brauchen am Anfang nur eine Sache: korrekte Rechnungen mit den richtigen Pflichtangaben. Bezahlt wird aber oft ein Paket mit Buchhaltung, Belegerkennung und Schnittstellen, das in den ersten Monaten schlicht leerläuft.
  • Preisänderungen. Abo-Modelle ändern sich – Tarife werden umgestellt, Preise erhöht, Features in andere Pakete verschoben. Wer sein Geschäft auf einem Tool aufgebaut hat, hat bei jeder Änderung zwei Optionen: zahlen oder migrieren.
  • Geschlossene Daten. Bei proprietären SaaS-Tools stellt sich irgendwann die Frage: Wie komme ich an meine Daten, wenn ich kündige? Exporte gibt es meist – aber in welchem Format, und wie vollständig?
  • Zu viel Tool für das eigene Setup. Wer als Kleinunternehmer:in ohne Umsatzsteuer arbeitet, braucht keine USt-Voranmeldungen. Ein Tool, das genau dafür gebaut wurde, wirkt schnell überladen.

Nicht jeder dieser Punkte trifft auf jeden zu. Aber wenn sich zwei oder drei addieren, hört das Abo auf, eine Selbstverständlichkeit zu sein – dann lohnt ein genauer Blick auf die Alternativen.

Worauf du bei einer Alternative achten solltest

Unabhängig vom konkreten Anbieter gibt es Kriterien, an denen sich gute Rechnungsprogramme für deutsche Selbstständige messen lassen:

  1. Korrekte deutsche Pflichtangaben. Das Programm muss Rechnungen erzeugen, die § 14 UStG standhalten: fortlaufende Nummer, Steuernummer, alle nötigen Angaben – und saubere Hinweise bei der Kleinunternehmerregelung.
  2. E-Rechnungsfähigkeit. Seit 2025 müssen Unternehmen im B2B-Bereich elektronische Rechnungen empfangen können. Präzise: Die Empfangspflicht gilt seit 1.1.2025 für alle Unternehmen, auch für Kleinunternehmer:innen. Beim Ausstellen gilt die Pflicht ab 1.1.2027 für Unternehmen mit über 800.000 Euro Vorjahresumsatz, ab 1.1.2028 für alle anderen. Zulässig sind die Formate XRechnung und ZUGFeRD (ab Version 2.0.1). Dein Tool sollte E-Rechnungen daher zumindest lesen und möglichst auch erzeugen können.
  3. Export ohne Nadelöhr. Deine Kunden-, Rechnungs- und Leistungsdaten gehören dir. Ein gutes Tool exportiert sie jederzeit vollständig – idealerweise in offenen Formaten wie CSV oder JSON.
  4. Nachvollziehbare Preisgestaltung. Ob Abo, Freemium oder komplett gratis: Du solltest heute wissen, was dich nächstes Jahr kostet.
  5. Passform für deine Größe. Solo-Selbstständige haben andere Anforderungen als Teams mit fünf Personen. Ein schlankes Tool, das deine Kernprozesse gut abdeckt, schlägt eine Suite, deren Hälfte brachliegt.

Open Source als ernsthafte Option

Ein Ansatz, der in den letzten Jahren sichtbar geworden ist: Open-Source-Software. Das Versprechen dahinter ist konkret – die Software gehört keiner Firma allein, ihr Quellcode ist öffentlich einsehbar, und deine Kosten hängen nicht von der Preispolitik eines einzelnen Anbieters ab.

Genau darauf baut Gewerber: eine freie Open-Source-Geschäftsplattform für Solo-Selbstständige und kleine Unternehmen in Deutschland. Der Fokus liegt auf den Dingen, die am Anfang wirklich zählen:

  • Rechnungen nach deutschen Regeln, inklusive Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG, Umsatzsteuer-Sätzen und Reverse Charge.
  • Zeiterfassung, die gemessene Zeit direkt in eine Rechnung überführt.
  • Verständlichkeit statt Amtsdeutsch – Begriffe werden dort erklärt, wo sie auftauchen.
  • Offene Entwicklung: Der Code ist öffentlich (github.com/Gewerber), der Stand der Entwicklung transparent in der Roadmap dokumentiert.

Während der öffentlichen Beta ist die Nutzung kostenlos. Du testest also ohne Risiko – und kannst das Produkt aktiv mitgestalten, anstatt Feature-Wünsche in ein Support-Ticket eines Anbieters zu werfen.

Der faire Vergleich

Um es noch einmal klar zu sagen: Lexware Office ist ein ausgereiftes Produkt mit einem großen Ökosystem – für manche Betriebe bleibt es die richtige Wahl. Die Entscheidung fällt leichter, wenn du sie als Frage formulierst:

FrageKlassisches SaaSOpen Source (z. B. Gewerber)
KostenmodellMonatliches AboKern kostenlos (Beta), optionale Services
Einsicht in den CodeNeinJa, öffentlich
DatenexportNach Anbieter-FormatOffene Formate bevorzugt
Einfluss auf die EntwicklungSupport-TicketGitHub Issues & Beiträge
SupportKommerzieller SupportCommunity + Dokumentation

Wenn dir Transparenz, Kostenkontrolle und Mitgestaltung wichtig sind, spricht viel für einen Test des Open-Source-Wegs.

Umstieg planen – so gehst du praktisch vor

Ein Wechsel muss kein Großprojekt sein:

  1. Bestandsdaten sichern. Exportiere aus deinem aktuellen Tool Kunden, offene Rechnungen und laufende Vorgänge.
  2. Parallele Phase einplanen. Nutze das neue Tool für neue Rechnungen, alte Vorgänge laufen im Altsystem weiter. Nach zwei bis drei Monaten kannst du dann sauber trennen.
  3. Aufbewahrungsfristen prüfen. Auch nach dem Wechsel musst du Rechnungen aufbewahren – allerdings dank des Vierten Bürokratieentlastungsgesetzes (BEG IV) für Buchungsbelege seit 2025 nur noch acht statt zehn Jahre (§ 147 Abs. 3 Nr. 4 AO, § 257 HGB); Bücher und Jahresabschlüsse bleiben bei zehn Jahren. Wichtig für E-Rechnungen: Zu archivieren ist auch die strukturierte XML-Datei selbst – ein PDF-Ausdruck allein genügt den GoBD-Anforderungen nicht. Behalte also Rohdaten in offenen Formaten (z. B. CSV- oder JSON-Export) plus lesbare Kopien.
  4. Nummernkreise dokumentieren. Fortlaufende Rechnungsnummern dürfen nicht doppelt vergeben werden – notiere deinen letzten Stand.

Fazit: Alternative heißt nicht automatisch Verzicht

Eine Lexware-Office-Alternative zu finden heißt nicht, Abstriche machen zu müssen. Es heißt vor allem: entscheiden, welche Dinge dir wirklich wichtig sind – Kosten, Kontrolle, Transparenz, Einfachheit – und ein Tool wählen, das genau dort stark ist.

Genauso haben wir Gewerber gebaut: als freundliche Plattform für Solo-Selbstständige in Deutschland, die Rechnungen, Zeiterfassung und Buchhaltung verständlich vereint – Open Source und ohne Abo-Zwang. Schau dir die Features an oder sichere dir deinen Platz in der Beta.

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